Lough Gur

Wer an prähistorischen Monumenten interessiert ist, sollte zum Lough Gur fahren.

Der Lough Gur ist ein kleiner, hufeisenförmiger, zwischen Kalksteinhügeln eingebetteter See, der wie mit zwei Armen die Halbinsel Knockadoon mit ihrer Hügelkappe umschließt. An seinem Ufer gruppieren sich mehr als dreißig prähistorische und historische Monumente, darunter Steinkreise, Menhire, Siedlungsplätze, Begräbnisstätten und Festungen.

Diesen Absatz habe ich übernommen aus dem Buch von Cary Meehan „Heiliges Irland“, welches erst im Juli 2006 erschienen ist. Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Zu beziehen bei dem Verlag Zweitausendeins, 60381 Frankfurt/Main. Bestell-Nr. 200301, € 24,90, oder klicken Sie hier.

Aber auch ohne großes prähistorisches Interesse ist der Flecken eine Tour wert. Die wenigen Häuser kurz vor dem See führen über schmale hügelige Straßen, bis man dann ein (fast) malerisches Bild mit dem See vor Augen hat. Wer gerne wandert, kann diesen See umrunden. Der empfohlene Pfad führt an Ringforts und anderen Ausgrabungen vorbei. Die 1930 ausgegrabenen, jungsteinzeitlichen Behausungen gehören zu den bisher bekanntesten, ältesten, menschlichen Siedlungen Irlands.

Auf der Straße von Lough Gur Cross nach Holy Cross (Tankstelle) liegt auf halbem Wege, auf der linken Seite, ein sehr gut erhaltenes Keilgrab. Wenige Hundert Meter auf der rechten Seite eine verfallene Kirche, die von Earl of Desmond errichtet wurde. Auf der Straße von Holy Cross nach Limerick finden Sie auf der rechten Seite den größten und bekanntesten Steinkreis Irlands, den Grange Stone Circle. Der Eingang ist auf der der Straße gegenüberliegenden Seite. Dieser Eingang ist nach dem Sonnenaufgang ausgerichtet. Gegenüber diesem Eingang steht ein tiefeingekerbter Stein, der nach der aufgehenden Sonne ausgerichtet ist. (Habe ich leider nicht gefunden.) Weiter im Feld steht ein Menhir, der nach dem keltischen Gott Dubh benannt ist. Nordöstlich finden Sie den großen, schlanken Menhir, der wegen seiner Säulenform Pillar–Stone genannt wird. Weiter südlich steht der Menhir Cloghavilla (Stein des heiligen Baumes).

Ach so, wie kommen Sie überhaupt dorthin? Wir sind gefahren: Mountshannon, Scarriff, Killaloe. Dann an der Brücke geradeaus weiter die alte Straße nach Limerick. Durch Limerick auf die N 24. Dann hätten wir die R 512 finden sollen. Hat leider nicht geklappt. Aber bei der nächsten Abfahrt von der N 24 auf die R 513 ging es auch. Und schon sieht man die ersten Wegweiser.

Da wir sowieso schon einmal in der Ecke waren, haben wir uns noch die Reste der gewaltigen Kathedrale „Rock of Cashel“ angesehen. Im Jahr 964 hielt hier der später ausgerufene König Brian Boru Einzug. Eine über tausend Jahre alte Geschichte steckt in diesen Mauern. Ein lohnendes Ziel. Doch was soll ich weiter schreiben, Sie können alles in vielen Büchern selbst lesen.

Von Lough Gur fahren Sie auf Herbertstown zu bis zum Dorf Hospital, dann auf die 516 nach Ennly bis Tipperary (It’s not a long way to Tipperary). Von dort die N 74 nach Cashel. Bis hierhin sind es ca. 125 Km. Die Rückreise 110 km über Tipperary auf die N 24, vor Limerick auf die N 7 Richtung Nenagh. Aufpassen. Bei der Abfahrt in Birdhill nicht die Abfahrt nach Broadford, sondern die nach Killaloe, und von hier über Scarrif sind Sie in einer knappen Stunde wieder zu Hause.

 © Günter Kühn