Reise nach Donegal 2009

Im Laufe von mehr als 30 Jahren bin ich schon fast in jeder Ecke von Irland gewesen, aber noch nie in der nordöstlichen Ecke von Donegal. Donegal ist nicht nur wegen seines Tweeds bekannt, der aus einheimischer Wolle hergestellt wird und wegen seiner Schönheit und Dauerhaftigkeit berühmt ist, sondern Donegal soll auch die schönste Grafschaft Irlands sein. Na ja, wir wollen mal sehen.

Am 22. 06. 2009 11.00 Uhr ging es dann los über Woodford, Loughrea, auf die N/M 6 Richtung Galway und von Galway auf die N 17 Richtung Sligo. Bis Sligo sind es rund 200 km. Von dort auf die L 15 Richtung Donegal. Kurz hinter Sligo auf der rechten Seite fahren Sie durch Drumcliff, wo das Grab des berühmten irischen Dichters W. B. Yeats liegt. Dieses mal sind wir nicht auf den Friedhof gefahren, weil ich schon oft da war und den berühmten Spruch auf seinem Grab gelesen habe: Cast a cold eye on life, on death. horseman pass by (Wirf einen kalten Blick aufs Leben, auf den Tod, Reiter reit vorbei.)

Schon von Drumcliff aus können Sie den Ben Bulben, einen richtigen Tafelberg mit 1.722 m Höhe sehen. Ein Motiv, das fast in jedem Irlandbuch zu finden ist.

Ab Grange führt die Straße an der Küste entlang und gelegentlich kann man einen Blick auf den Atlantik werfen. Bei Bundoran könnte man Halt machen. Ein sehr schönes Städtchen mit einem Aussichtsplatz, etwas von der Hauptstraße entfernt. Aber unser Ziel für diesen Tag war Ballyshannon, das wir auch kurz nach 17.00 Uhr erreichten. 253 km waren es bis hierhin. Freunde hatten uns das Creevy-Hotel empfohlen, welches wir dann auch mit einem Mal fragen fanden (Telefon-Nr. 01719858355). Das Hotel liegt direkt auf einer Klippe mit Blick auf den Atlantik. Mit 70 € für das Doppelzimmer auch nicht zu teuer. Die Gerichte waren für 15 – 20 € zu haben, auf dem Teller gut angerichtet „and not so bad“.

Am Abend machten wir noch einen Spaziergang auf einem höher gelegenen Pfad an der Küste entlang, wo wir einen tollen Ausblick auf Atlantik und sogar auf den Ben Bulben hatten. Am anderen Morgen, kurz nach 10.00 Uhr, ging es dann weiter auf die N 15 über Donegal, von dort die L 56 Richtung Killybegs. Bis hier rund 300 km. Killybegs hat einen der größten Fischereihäfen von Irland. Es ist schon interessant, die bunten Farben der Schiffe und das geschäftige Treiben zu sehen. Es geht dann auf die R 263 Richtung der Klippen von Slieve League. Bei Teelin sehen Sie auch schon ein Hinweisschild auf die Klippen, welche mit 600 m die höchsten Klippen von Irland sind.

Die Straße zu den Klippen ist gut ausgebaut, obwohl ich schon etwas unsicher war, weil man durch die Steigung auf der linken Seite immer in den Himmel schaut. Aber wir erreichten ohne Mühe den Parkplatz, wo wir auch viele Touristen fanden. Die Bänke luden zum Sitzen ein, und wir konnten von dort auf der gegenüberliegenden Seite die Klippen von Slieve League bestaunen. Vom Parkplatz aus beginnen auch die beiden Wanderwege, der One Man’s Path, der so ungefähr 60 cm bereit sein soll und der Old Man’s Path. Dieser muss nicht unbedingt von alten Männern begangen werden, sondern ist für die, die ein wenig ängstlich und nicht schwindelfrei sind.

Vom Parkplatz muss man dann die gleiche Straße wieder zurück. An der linken Seite, vor der Einmündung in die Hauptstraße, ist ein kleines Restaurant, in dem man sich mit Kaffee, Kuchen oder Snacks stärken kann.

Weiter ging es dann auf der R 263. Immer wieder viele Gelegenheiten nutzend in die malerischen Buchten hineinzufahren. Manchmal weiß man nicht, wo es her gehen soll, aber irgendwie findet man doch immer wieder die R 263. Über Glencolumbkille (Freilichtmuseum) dann in Richtung Ardara. Man fährt durch eine gewaltige Hügellandschaft und hat kurz vor Ardara ein wunderbares Bild auf diese Stadt. Ab Ardara dann die 261 zu unserem letzten Ziel dieses Tages: Narin. Um 19.00 Uhr nach 420 km waren wir dort. Der erste Versuch hier ein B & B zu finden, schlug fehl, aber die Besitzerin telefonierte sofort in der Nachbarschaft herum und empfahl uns ein anderes B & B. Sie fuhr sogar mit dem Fahrrad vor uns her, damit wir sicher dort ankamen. Ein sauberes, nettes Häuschen, wie immer tolles Frühstück: Pro Doppelbett auch wieder 70 €. Sollten Sie es einmal nutzen wollen, hier die Anschrift: Bernadette Mc Hugh (Telefonnr. 0749545179). Sie können dann auch Grüße bestellen „from the Germans from Lough Derg“.

Am anderen Morgen, ca. 10.00 Uhr ging es ab zum Glenveagh Nationalpark, auf der N 56. Zunächst ist die Straße sehr schmal, aber immer reizvolle Blicke auf kleine Häuschen, schmucke Gärten und kleine Buchten. Kurz vor dem Nationalpark wird die Straße breiter. Auf der rechten Seite sieht man schon die Derry Veagh Mts. und den höchsten Berg Donegals, den Errigal mit 752 m. Sie sehen dann auf der rechten Seite ein Schild, wo die Straße zum Nationalpark führt. Nach 485 km stehen Sie dann vor dem Visitor Centre.

Der Park ist 16.000 ha groß und es finden sich darin Gebirgs-, Moor-, See- und Waldlandschaften. Im Park der schon erwähnte Berg Errigal und der Slieve Snaght (Schneeberg). (Und jetzt schreibe ich einfach mal etwas vom Prospekt ab.)

Viele andere wunderschöne Berge, insbesondere Dooish und der Leahanmore. Im Südwesten des Parks befinden sich die von Eis geformten Steilküsten von Poisoned Glen und der Bingorm, während der nordöstliche Teil dem Besucher eine sanftere Landschaft aus Hügeln, tiefem Torfmoor und den Sümpfen im Tal des Flusses Owencarrow bietet. Der Zauber Glenveaghs entstammt der Tatsache, dass dies einer der letzten Orte Irland ist, der noch nicht von Menschenhand berührt worden ist. (Es ist ja kaum zu glauben.) Der Nationalpark beherbergt eine der beiden größten Rotwildherden Irlands.“

Der Park ist jedoch nur zu durchwandern. Das Auto muss man dann am Parkplatz abstellen und kann beim Visitor Centre in einen Kleinbus einsteigen und für, so meine ich mich zu erinnern, ca. 1 € zum 7 km entfernten Castle fahren. Das Castle kann besichtigt werden, und es gibt dort auch Tee und herrlichen Kuchen. Angrenzend an das Castle ist der Garten, dessen Bewunderungswürdigkeit sich allerdings m. E. in Grenzen hält.

Der Garten ist terrassenförmig angelegt, und wenn man von der obersten Terrasse aus dem Garten geht, bietet sich ein einmaliger Blick auf den Lough Beagh. Wenn man Zeit hat, eine Wanderung von 1 oder 2 km oder auch mehr zu machen, ist der Glenveagh Nationalpark wirklich ein lohnendes Ziel. Was man aber dann unbedingt machen sollte ist, noch 1 – 2 Tage dranhängen und in dem nördlichsten Zipfel die Küste entlang in Donegal fahren, was wir aus zeitlichen Gründen nicht konnten.

Jetzt vom Parkausgang rechts (von links waren wir gekommen) die R 255 N 56 bis Letterkenny. Ab da die N 13 nach Donegal und die gleiche Strecke wieder zurück, wie wir hingefahren sind. Allerdings machten wir 10 km hinter Bundoran noch einen Zwischenstopp zur Halbinsel Mullaghmore, wo wir nicht nur die traditionellen Fish and Chips aßen, sondern ich badete auch noch im Atlantik.

Für die Rücktour, es waren rund 350 km, benötigten wir einschließlich des Badeurlaubes sieben Stunden.