Burren - Cliffs of Moher


Zu wenig Bäume, um einen zu erhängen, zu wenig Wasser, um einen zu ersäufen, zu wenig Erde, um einen zu begraben. Dieser Ausspruch Cromwells, der in fast allen Irlandbüchern zu lesen ist, bezieht sich auf die Burren. Es ist ein flaches, teilweise auch hügeliges Kalksteingebiet, in welchem es kaum Vegetation gibt. Nur wenige Pflanzen sprießen aus den Felsenritzen, wie wilder Thymian und Steinbrechgewächse, aber auch alpine Pflanzen, wie z. B. Enzian.
 
Karstlandschaft in den Burren (Foto Johne/Kolbe)
Die Fahrt von Rossmore unternimmt man am besten über Woodford, R 351, R 353 nach Gort, dann die R 460 (L 55) in Richtung Corrofin. Auf dieser Straße, ca. 10 km hinter Gort, liegt rechts am Wege Kilmacduagh, eine interessante Klosteranlage mit einem 34 m hohen Rundturm, die im 7. Jh. von Guaire Aidhne, dem König von Connacht für den heiligen Colman MacDuach gegründet wurde.

In Corrofin weiter die R 476 in Richtung der steinigen Berge. An der Abzweigung rechts zur R 480, liegt das Leamaneh Castle. Vor diesem Castle, welches leicht über Steintreppen zu besteigen ist, bietet sich ein umfassender Rundblick auf diese Gegend.

Weiter in die Burren auf der R 480.

In der Nähe dieser Straße sind einige Steingräber zu besichtigen. Zunächst zwei Stone Forts, wovon eines über einen Farmerhof zu erreichen ist.

Danach sieht man Hinweisschilder zu Megalithen und Dolmen. Auf keinen Fall sollte man versäumen, sich die Megalithen Poulabrone und Gleninsheen anzusehen, die rechts neben der Straße liegen.

Eine seltene Abwechslung ist die Aillwee Cave, welche einige Kilometer vor Ballyvaughan rechts neben der R 480 liegt. Es ist die älteste zu besichtigende Höhle Irlands, welche jedoch erst 1944 entdeckt wurde. Begehbar ist die Höhle auf einem mehr als 500 m langen Gang. Auf Grund der geringen Wasserdurchlässigkeit des Felsens gibt es leider wenig Tropfsteingebilde, jedoch insgesamt gesehen ist die Höhle einen Abstecher wert.

Wieder auf der R 480 nach Norden kommt man auf N 67, die rechts ab nach Ballyvaughan führt. Schon von weiten sieht man die Galway Bay und hat einen wunderbaren Blick auf Ballyvaughan.

Dort angekommen fährt man die Küstenstraße R 477 über den Black Head, nach Süden.

Fanore, auf dieser Straße, ist von Bedeutung, obwohl nur eine Kirche, einige Food Stores und Pubs den Mittelpunkt bilden.

Von hier aus kann man (beim nächsten Mal) Wanderungen in die Berge unternehmen. Wer knapp bei Kasse ist, dem steht auch eine Jugendherberge offen. Ingolf hat hier eine Woche verbracht und war ganz begeistert. Der Inhaber bietet auch Höhlentouren an. (Fahrräder kann man in Liydoonvarner & Doolin leihen).

Dann die R 477 nach Süden nach Lisdoonvarna.

Lisdoonvarna ist eines der wenigen Heilbäder Irelands mit schwefel- jod- und magnesiumhaltigen Quellen.

Der Höhepunkt im doppelten Sinne sind die Cliffs of Moher, die man auf der R 478 erreicht.
 
Cliffs of Moher (Fotos Johne/Kolbe)

Diesen gigantischen Anblick von den 200 Meter hohen Felsenklippen zu genießen, sollte man nicht versäumen. Der Wind bläst oft heftig auf dem Plateau, so daß die Warnungen auf den entsprechenden Schildern, die Zaunabgrenzungen nicht zu verlassen, unbedingt ernst zu nehmen sind. Einig Leichtsinnige sind schon in die Tiefe geweht worden. Eine lohnende Wanderung führt entlang der Klippen nach Südwesten zum Hagy Head.

Als Abschluß der Fahrt könnte Lehinch sein, ein bekannter Badeort mit einem hervorragenden Sandstrand.

Vielleicht auch noch ca. 5 km weiter südlich zum Spanish Point, wo im September 1588 viele Schiffe der Spanischen Armada untergingen und 1200 Seeleute ihr Leben verloren. Die Flotte, welche gegen England ausgesandt wurde, besaß 130 Kriegsschiffe mit 2630 Kanonen und 30.000 Mann.
 
Ladenfront in Ennis (Foto Johne/Kolbe)
Die Heimfahrt geht zügig über Ennistymon auf der N 85 nach Ennis. Wenn noch etwas Zeit ist, ist ein Spaziergang durch Ennistymon zu empfehlen. Das kleine Dörfchen wird von einem Fluß durchzogen, welcher an einigen Stellen mit kleinen Wasserfällen sehr reizvoll ist.

Der beste Rückweg ist zweckmäßig über Ennistymon und über Ennis.

Die genannte Fahrtroute ist ca. 280 ? km lang. Die zehn Stunden, welche man für diesen Ausflug einplanen sollte, sind sicher ein  interessantes Erlebnis.

Empfehlen kann ich diese Tour auch in umgekehrter Richtung, denn dann erlebt man  Kilmacduagh bei Sonnenuntergang, wobei die Klosteranlage von einem zauberhaften Gegenlicht angestrahlt wird. und das meist bessere Vormittagswetter bei den Cliffs ist.